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Wiener Sängerknaben
Chor
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Über die Jahrhunderte zog der Wiener Hof berühmte Musiker wie Heinrich Isaac, Jacob Vaet, Philippe de Monte, Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri oder Anton Bruckner an. Joseph Haydn, Michael Haydn und Franz Schubert sangen selbst als Kinder im Chor. Bis 1918 sang der Chor ausschliesslich im Auftrag des Hofes. 1924 wurden die Wiener Sängerknaben als privater Verein neu organisiert. Seit 1926 haben 2800 Sängerknaben mehr als 1000 Tourneen in 100 verschiedene Länder unternommen.
Heute gibt es 90 aktive Wiener Sängerknaben zwischen neun und vierzehn Jahren, aufgeteilt auf vier Konzertchöre. Jeder der Chöre verbringt neun bis elf Wochen des Schuljahres – ein Trimester – auf Tournee. Die Wiener Sängerknaben bereisen nahezu alle Staaten Europas, Asien und Australien, Süd- und Mittelamerika, die USA und Kanada. Zusammen absolvieren die Chöre jährlich rund 300 Auftritte vor fast einer halben Million Zuschauern.
Das Repertoire der Wiener Sängerknaben reicht vom Mittelalter bis zu zeitgenössischer Musik. Motetten und Lieder für Oberchor bilden den Kern des Repertoires, wie auch eigene Arrangements von Volksliedern und wienerischer Musik. Benjamin Britten, Petr Eben, Raoul Gehringer, Ola Gjeilo, Elena Kats-Chernin, Heinz Kratochwil, Balduin Sulzer, Wolfram Wagner und Gerald Wirth haben Werke für den Chor geschrieben.
Jedes Jahr wirken die Sängerknaben bei Oratorien, Passionen und symphonischen Werken mit; mit den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, der Londoner und der Osloer Philharmonie, der Staatskapelle Berlin und dem Pittsburgh Symphony Orchestra, unter Dirigenten wie Christian Arming, Ivor Bolton, Philippe Jordan, Klaus Mäkelä, Joana Mallwitz, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Kent Nagano, Christian Thielemann, Lorenzo Viotti, Simone Young. Zu den besonderen Highlights zählen die Mitwirkungen beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, zuletzt 2012 und 2016 unter Leitung von Mariss Jansons; zuletzt 2023 unter Franz Welser-Möst.
Die Wiener Sängerknaben sind immer wieder bei Produktionen der Wiener Opernhäuser und der Salzburger Festspiele zu sehen; vor allem in Mozarts Zauberflöte. Hin und wieder sind sie auch im Sprechtheater zu erleben - zuletzt in einer Inszenierung von Thomas Bernhards "Jagdgesellschaft" im Wiener Akademietheater.
Die erste Tonaufnahme - noch mit den Hofsängerknaben – entstand 1907. Seither wurden regelmässig Aufnahmen gemacht: 43 Schellacks, 55 Singles, 128 LPs und 152 CDs stehen zu Buch. Die zweimaligen Grammy-Gewinner sind auf allen grossen Labels vertreten. 2015 wurde ein langfristiger Vertrag mit Universal Music – Deutsche Grammophon unterzeichnet: Nach einer Weihnachts-CD erschienen 2018 die CD "Strauss For Ever" und 2021 das Album "Together". Zum 525-Jahr-Jubiläum erschienen 2023 die Live-Aufnahme des Festkonzertes im Wiener Musikverein (Deutsche Grammophon) und eine Jubiläumsbox mit 21 CDs (Decca).
Zahlreiche Filme und internationale TV-Dokumentationen belegen die Popularität der globetrottenden Knaben.
Februar 2026